HIDDEN PLANS
VERSTECKTE PLÄNE


Can Joan De S’Aigua

VOM HAUS DES EISES UND DEM TRANK DER GÖTTE

Nach einem Spaziergang durch das Zentrum von Palma, bei dem man die Kirchen und Straßen der Stadt besucht hat, stärkt man sich am späten Nachmittag am besten beim Kaffeetrinken im Schokoladen- und Eiscafé Can Joan De S’Aigua. Dieses älteste Café der Stadt ist seit mehr als einem Jahrhundert ein Treffpunkt der Einheimischen in Palma. Es kommen Gäste aller Altersgruppen in das Lokal, man trifft auf Familien, Gäste in fortgeschrittenem Alter, auf Jugendliche: Sie alle finden hier Platz und genießen das Eis oder eine heiße Schokolade und leckeres Gebäck (besonders zu empfehlen sind die Ensaimadas und der Kuchen Cuartos). Für alle, die es nicht so süß mögen, gibt es Erfrischungsgetränke und traditionelles herzhaftes Gebäck der Insel (Teigtaschen Empanadas oder den Gemüsekuchen Coca de verdura).

 

Nach einem unterhaltsamen Spaziergang vorbei an den „gotischen“* und „modernistischen”* Gebäuden der Stadt Palma, Erinnerungen an frühere Intrigen in Palästen, den Gärten des Königs, der wunderschönen Kathedrale, welche die magische 8* beherbergt und an der ungewöhnlichen Vision des zeitgenössischen revolutionären Malers* in seiner ganz persönlichen „Sixtinischen Kapelle“* lassen wir uns von der langen Schlange aus Einheimischen vorwärtstreiben, die sich am Eingang gebildet hat.

 

Seit 1700 und nur wenige Meter vom Hotel Posada Terra Santa entfernt:

Das Haus von Joan*, von dem ich mir vorstelle, wie er mit seinen Eseln* das Gefrorene* transportiert, das sich während des Winters angesammelt hat, und auf den sich schlängelnden Wegen von der Tramuntana bis in die Hauptstadt hinunterläuft, um die anspruchsvollsten Gaumen der Stadt zu erfrischen. Wie man sich erzählt erlernte er als unermüdlich reisender sein Handwerk in Italien und bietet seitdem zwischen sympathischem Samt* und Gläsern von Guardiola* in seinem Haus das beste Eis*. Eis in unzähligen Geschmacksrichtungen und Farben. Man kann das köstliche traditionelle Gebäck in dieses hineintauchen oder aber natürlich auch den unvergleichlichen Trank der Götter* genießen!! 

 

Von Regina Palomero

 

*Gotische und modernistische Gebäude: In der Stadt Palma findet man eins der schönsten und interessantesten gotischen Viertel Spaniens und interessante modernistische Gebäude. Die wunderschönen Tempel und Gebäude sind sehr sehenswert.

*Die 8: Der magische Effekt, der nur 2 Mal pro Jahr bei Sonnenaufgang zu sehen ist, wenn das Licht der Sonne auf die Rosette der Kathedrale fällt. 

*Revolutionärer Maler: Bezieht sich auf den weltberühmten mallorquinischen Maler Miquel Barceló.

*Sixtinische Kapelle: Verweist auf die ungewöhnliche Kapelle in der Kathedrale von Palma, die eine Arbeit des Malers Barceló beherbergt.

*Das Haus von Joan: Übersetzung des Namens des ältesten Schokoladen- und Eiscafés der Stadt.

*Esel: Früher (und an manchen Orten in den Bergen der Serra de la Tramuntana auch heute noch) ging man zu Fuß in die Berge und nutzte Esel als Lasttiere.

*Das Gefrorene (meint das Eis, das sich im Winter bildete).

*Samt: Verweist auf die Samtbezüge (wurden gern bei den Sitzgruppen in den Herrenhäusern von Palma verwendet, immer in rot).

*Guardiola: Glasbläserei, die für ihre Arbeit mit traditioneller Handwerkskunst sehr geschätzt wird. Es wird empfohlen, sich ein Andenken aus diesem Glas mitzunehmen.

*Eis: Im Original wurde hier das Wort „Schnee“ als Synonym für Speiseeis verwendet.

*Trank der Götter: In manchen alten Zivilisationen nannte man so den Kakao.